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Schwimmen

Die allerwichtigste Regel für Schwimmanfänger lautet:
„Beginnen Sie langsam.“
Die zweite und noch wichtigere Regel ist: „Beginnen Sie ganz langsam!“

Gerade Schwimmanfänger machen oft den Fehler, ins Wasser zu springen und los zu kraulen, als wenn erwartet würde, dass eine neue Weltbestzeit aufgestellt wird. Jetzt und sofort.
Bei den Profis sieht das schließlich auch so leicht und unkompliziert aus.
Das Ergebnis ist in der Regel, dass man nach wenigen Metern am Beckenrand hängt und nicht mehr genug Luft hat um zu sprechen.

Hier kommen mehrere Faktoren zusammen.

1.Zu hohes Tempo
2.Nicht richtig geatmet
3.Wahrscheinlich sind Sie mit einem zu heftigen Beinschlag los geschwommen
4.Mit Sicherheit die falsche Schwimmtechnik verwendet

Ich führe die Punkte hier noch im einzelnen aus.

1. Besonders wenn man mit dem Schwimm-Training beginnt, sollten Sie betont langsam schwimmen.
Es gibt sogar Leute die am Anfang das so genannte Abschlag-Schwimmen propagieren.
Das bedeute im Klartext, dass der eine Arm seine Kraul-Bewegung komplett vollendet haben muss, also nach einem Kraulzug wieder vorn vor dem Körper angekommen sein muss, bevor der zweite Arm die Kraulbewegung beginnt.
Das mag Ihnen auf den ersten Blick uneffektiv vorkommen, doch anders geht es nicht.
Tempo kommt beim Schwimmen fast von selbst.
Achten Sie vielmehr darauf das Sie zuerst lernen, die Bewegungen richtig auszuführen und richtig zu atmen.

Am besten Sie suchen sich einen Schwimmverein oder Trainer, der Ihnen die Grundlagen beibringt. Einmal falsch gelernt, ist nur sehr schwer wieder abgewöhnt.
Ich spreche da aus eigener, leidvoller Erfahrung. Zu Beginn dachte ich, dass ich mir erstmal ein wenig Grundkondition draufschaffen muss. Dann wollte ich einen Schwimmverein aufsuchen und mir alles richtig zeigen lassen.
Als ich dann einem erfahrenen Schwimmer stolz meine Fähigkeiten präsentiert habe, hat dieser die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen.
Ich dachte der hört überhaupt nicht mehr auf mit seinen Kritikpunkten.
Wir einigten uns dann darauf, das er mich mit seiner Triller-Pfeife korrigiert, wenn ich wieder was falsch mache.
Er pfiff so oft, dass ich einige Nächte von diesem Geräusch geträumt habe.

2. Der richtigen Atmung kommt beim Schwimmen größte Bedeutung bei.
Was nutzt die ganze Kraft und Technik, wenn die Muskeln nicht genügend Sauerstoff bekommen und die Arbeit einstellen.
Beim Kraulschwimmen werden in der Regel zwei Atemtechniken angewandt.
Die so genannte 2er- oder 3er-Atmung.

Also links ziehen, rechts ziehen und atmen. Nach welcher Seite Sie atmen bleibt Ihren Vorlieben überlassen.
Im Idealfall können Sie jedoch nach beiden Seiten atmen, da Ihnen dies im Wettkampf einige Vorteile bringen kann.

Beim Dreierzug ziehen Sie links, rechts, links und atmen dann. Die Frage nach Atemseite stellt sich hier nicht, da Sie automatisch nach beiden Seiten atmen.

Für Anfänger mit wenig Schwimmkondition empfiehlt sich in jedem Fall die 2er-Atmung. Der Körper bekommt auf diese Weise einfach mehr Sauerstoff und die atemlosen Hänger am Beckenrand gehören hiermit der Vergangenheit an. Später, wenn Sie über mehr Kondition verfügen, können Sie gern zum Dreierzug wechseln.
Doch kommen Sie auch im weiteren Training sehr gut mit der Zweier-Atmung zurecht.
Ob Sie den 2er- oder 3er-Zug einsetzen, ist nach meiner Meinung sowieso eine Glaubenssache. Obwohl der Dreierzug, bei wirklich ausgefeilter Technik, mehr Tempo bringt.

Doch beim Atmen kann man noch wesentlich mehr falsch machen. Es ist absolut wichtig, wie Sie beim Luftholen den Kopf halten.
Gehen Sie zu weit aus dem Wasser, nehmen Sie sich jedes mal Tempo weg. Das ist fast genau so, als wenn Sie beim Autofahren wechselseitig Gas und Bremse betätigen und sich wundern, dass es nicht schneller voran geht.
Der richtige Atemstil ist nach einer kleinen Körperdrehung unter dem Arm hindurch in der Welle.
Wie das genau funktioniert ist relativ schwierig zu beschreiben, da sich je nach Lesart verschiedene Fehler einschleichen können.
Am besten Sie lassen sich das von einem Könner richtig beibringen. Deshalb auch an dieser Stelle wieder der Hinweis, einen Schwimmverein aufzusuchen.

3. Der richtige Beinschlag und die liebe Luft
In den Beinen stecken die größten Muskelgruppen des Körpers. Viel Muskel verbraucht, bei Beanspruchung, viel Sauerstoff.
Wenn Sie also zum Anfang Ihres Schwimmtrainings mit Sauerstoffmangel zu kämpfen haben, benutzen Sie Ihre Beine nicht um schneller zu Schwimmen. Ziehen Sie diese vielmehr einfach hinter sich her durchs Wasser. Schon nach nur einer Bahn erkennen Sie den Unterschied.
Wenn Sie später mehr Kondition haben, nehmen Sie die Beine nach und nach hinzu.
Wenn Sie die Beine nicht ganz vernachlässigen wollen, kaufen oder leihen Sie sich im Schwimmbad einen so genannten Pullboy.
Dieser sorgt im Bereich des Oberkörpers für Auftrieb. Sie brauchen also die Arme nicht beanspruchen. Dadurch haben Sie entsprechende Kraft- und Luftreserven für die Beine frei. Jetzt können Sie sich ganz in Ruhe auf Ihren Beinschlag konzentrieren und auch entsprechend trainieren.

4. Die richtige Schwimmtechnik
Nichts ist beim Schwimmen wichtiger als die richtige Technik!!!!
Sie können fit sein wie ein Turnschuh und auch schon 100 Kilometer geschwommen sein. Haben Sie die falsche Technik, wird Sie jeder Schwimmanfänger aus dem Schwimmverein mit nur einem Arm abhängen.

Nun kann man viele Videos von Könnern anschauen und auch Bücher über das Schwimmtraining lesen. In der Praxis wird Ihnen dies nicht viel bringen.
Ohne jemanden zu haben der Sie immer wieder korrigiert und der Ihnen vor allen Dingen immer wieder zeigt wie es richtig geht, werden Sie in Ihrem Schwimmtraining nur minimale Erfolge erzielen.
Dies ist gerade am Anfang elementar wichtig!!!
Ich kann es garnicht oft genug wiederholen.
Gehen Sie in einen Schwimmverein oder suchen Sie sich einen vernünftigen Trainer!!! Nur so ist gewährleistet das Sie sich keine falschen Techniken aneignen.
Gerade beim Schwimmen kann man extrem viel falsch machen!